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Kugelstoßen mit Tablet-PC und Mathematik

An der Realschule Bobingen vernetzen flache Computer drei Unterrichtsfächer.

Ein Experiment mit Überraschungen

Interessante Wochen liegen hinter der Klasse 10a der Realschule Bobingen. Sie durften mit Tablet-Computern fast drei Monate lang im Unterricht experimentieren. Unterrichtsstoff aus Sport, Mathematik und Physik verschmolzen dabei nicht nur auf den komfortabel tragbaren Monitoren, sondern auch in den Programmen zu einem Ganzen. Das Fazit von Schülern und Lehrern viel etwas anders aus, als mancher denkt.

Möglich machte den Versuch die Teilnahme an einem Projekt der Firma Samsung, die dafür 32 Tablets, ein Notebook und einen Großbildfernseher zur Verfügung stellte. Lehrer Jörg Hofbauer hatte die Idee dazu, stellte ein Konzept zusammen und bewarb sich mit seiner Klasse um ein digitales Klassenzimmer. Als eine von 48 Schulen in Deutschland und einzige im Landkreis bekam die Realschule Bobingen leihweise die flachen Computer. Dieser Tage wird das Ergebnis in einer Dokumentation zusammengestellt. Wenn diese überzeugt, hat die 10a die Chance, das digitale Klassenzimmer samt Einkaufsgutscheinen für neue Software dauerhaft zu bekommen.

Doch zunächst einmal hieß es in den vergangenen Wochen für Schüler und Lehrer, sich mit dem neuen Unterrichtsmaterial und dessen Möglichkeiten vertraut zu machen und die Projektidee in messbare Formen zu bringen. Konkret bedeutet das: Die Schüler nahmen im Sportunterricht ihre Bewegungsabläufe beim Kugelstoßen mit der Videofunktion des Tablet-Computers auf. Im Mathematik- und Physikunterricht wurden dann die Flugkurven berechnet und später versucht, die sich daraus ergebenden Resultate in die Praxis in neuen optimalen Bewegunsgabläufen beim Sport umzusetzen, also die Kugel noch weiter zu stoßen. „Solche Analysen gibt es normalerweise nur im Profisport, nicht im Schulunterricht“, erklärt Hofbauer. Die Vernetzung der Fächer und das Arbeiten mit der neuen Technik sei für die Schüler sehr gewinnbringend gewesen, denn die Tablets durften nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause, privat genutzt werden. Jetzt sind die flachen Computer wieder abgeholt, der normale Schulalltag geht weiter. Die Erfahrungen mit dem Projekt bewerten Schüler und Lehrer ein wenig unterschiedlich. Der Projektleiter: „Beim Sport waren die Schüler sehr motiviert dabei, die Umsetzung in der Mathematik war dann schon schwieriger“, so hat es Jörg Hofbauer festgestellt. Das liege zum einen an der anspruchsvollen Aufgabenstellung, zum anderen aber auch an den technischen Voraussetzungen, die sich Schüler und Lehrer mit den neuen Geräten erst erarbeiten müssen. „Es bereitet viel mehr Aufwand als normaler Unterricht“, gibt der Lehrer zu. Trotzdem: „Es war eine ganz tolle Erfahrung.“ Die Schüler: Sie geben in der Befragung an, dass die Ablenkung vom eigentlichen Unterrichtsstoff durch die Tablets sehr hoch sei. Und sie räumen ein: Die Tablets wurden mehr für private als für schulische Zwecke verwendet. Doch war ihnen die Unterrichtszeit mit den komfortablen Geräten zu kurz. Sie hätten sich noch mehr als die 20 Unterrichtsstunden gewünscht.

Das Fazit der Schule: Die Klasse habe die Projektziele erreicht. Das waren: Bewegungsanalyse, Anreiz für außerschulische Nutzung der Tablets, Motivationssteigerung, Schüler- und handlungsorientierte Anwendung und die Sensibilisierung für den Umgang mit neuen Medien.

Augsburger-Allgemeine 13. 02. 2014 (Anja Fischer)